Hey Annemie Vanackere, was ist das Besondere an „Tanz im August“?

Shownotes

Thomas Köhler spricht mit Annemie Vanackere, Intendantin des HAU Hebbel am Ufer, über das internationale Festival „Tanz im August“ und die Herausforderungen zeitgenössischer Kulturarbeit. Außerdem geht es um die Zusammenarbeit zwischen Theatern und Museen, Nachbar*innenschaft und um die Frage, wie sich Berlin aktuell kulturpolitisch verändert.

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00:00:01: Ich glaube Berlin hat sich sicher gewandelt, ja die erhöhte Preise wie kriegen schon auch wenn es voll ist aber die Leute die normal auch kommen würden können teilweise nicht mehr.

00:00:12: Das sticht im Herzen keine Frage!

00:00:16: Herzlich willkommen zu Kunst in Berlin dem Podcast der berlinischen Galerie.

00:00:20: mein Name ist Thomas Köhler ich bin der Direktor des Hauses.

00:00:23: In diesem Podcast treffe ich Künstlerin und Menschen die unsere Gegenwart prägen.

00:00:29: Mein persönliches Highlight, das Berliner Kultursommer steht unmittelbar vor der Tür.

00:00:33: Das ist Tanz im August!

00:00:35: Das Internationale Festival wird wie jedes Jahr von unserer Nachbarinstitution dem Hebel am Ufer organisiert.

00:00:41: Das hautzeitkünstlerische Positionen aus Theater, Tanz und Performance – und ist wie kein zweites Berliner Haus ein Haus der Gegenwart!

00:00:49: Auch bildende Kunstmusik- und diskursive Formate mit und für die Nachbarinnschaft sind fester Teil des Programms und auch darum soll es in der heutigen Folge gehen.

00:00:58: Aber erstmal freue ich mich Das nach langer Planung, meine heutige Gesprächspartnerin Annemie van Ackere seit zwanzig zwölf Intendanten der Sau bei uns ist.

00:01:08: Annemie schön dass du da bist herzlich willkommen!

00:01:10: Ich freue mich das es endlich geklappt hat.

00:01:13: Ihr seid jetzt wahrscheinlich alle schon ganz schön aufgeregt?

00:01:16: Das Festival steht unmittelbar vor der Tür.

00:01:18: Es hat ein Wahnsinnsprogramm und ich frage mich wie macht ihr denn da überhaupt die Recherche?

00:01:24: Wie kommt das Programm zustande?

00:01:26: man muss im Vorfeld sicherlich viel anschauen.

00:01:29: Wie steht irgendwann das Programm?

00:01:32: Vielleicht kann ich zwei Sätze sagen zu dieser Verbindung zwischen Tanz im August aus Festival und die Saison.

00:01:38: Weil wir sind aufgeregt, aber einige sind auch schon in den Urlaub.

00:01:42: Also es hat ein eigenes Team, Tanz im August.

00:01:47: Und als ich angefangen habe – so hast du es gesagt – in den Stadtssekretär für Kultur, hat André Schmitz mich gefragt ob ich auch das Festival unter meiner Fittich nehmen wurde.

00:02:00: und ich habe ganz blöge gesagt ja natürlich, weil ich liebe das Festival.

00:02:04: Das ist auch für mich ein Highlight im

00:02:06: Sommer.".

00:02:07: Damals war es aber so, dass da noch einer anderen Träger gab und der wurde damit aufgehoben.

00:02:12: Und deswegen ist war sehr wichtig auch für die Szene das immer noch eine eigene Kuration stattfindet.

00:02:20: Das betone ich nochmal so weil es nicht der Tanzkurator oder Tanz-Kuratorin vom Audi das Festival macht.

00:02:26: Das ist eine eigenständige künstlerische Recherche und Handschrift.

00:02:31: Natürlich, da wir jetzt Ricardo Carmona haben seit zwei Jahren Riccardo habe ich eingeladen damals, um mit mir anzufangen in den Zwei-Tausen-Zwölf als Tanz-Curator.

00:02:43: Und also dann, wenn wir zu denen aufgehört haben nach neun Jahren eine finnische Curatorin gestandene Curatorien.

00:02:51: auch hat er so ... In der Pandemiezeiten ist er so zu mir gekommen und dachte Ich hab Lust drauf!

00:02:57: Und ich fand das eigentlich direkt auch nur gute Idee weil Riccardo sich sehr eingefrickert hatte.

00:03:03: was ist Berlin?

00:03:04: Es ist Portugiese, aber Wund hier verbindet sich mit die ganze Szene und das war mit seine Vorgängerin ein bisschen schwieriger.

00:03:14: Und ich mag sein Style, seinen Geschmack – sonst hätte ich nicht schon zehn Jahren mit ihm gearbeitet!

00:03:20: So ist er jetzt der Kurator für dieses Festival.

00:03:23: Nun, ich verantworte das Festival auch finanziell und politisch.

00:03:27: Deswegen sprechen wir natürlich sehr viel und gibt es einen Austausch mit dem Tanzprogramm, was wir im Hau auch so machen.

00:03:34: Und die Recherchen sind so, Ricardo arbeitet im Tanz seit über zwanzig Jahren das heißt er hat schon ganz viel in Gepäck.

00:03:42: aus Erfahrung und dann gilt es ein Festival zu machen musst du natürlich ein paar Leitlinien irgendwie entwickeln und meistens kommen sie auch fortaus bestimmte Stücke oder Künstlerinnen der ihr gesehen habt um die ihm wirklich gegriffen haben Und dann reißt viel, er spricht mit den Leuten.

00:04:01: Zum Beispiel Marco da Silvera Ferreira ist nun zufällig auch in Portugiese mit dem wir geöffnet haben vor.

00:04:06: vielleicht hast du es gesehen?

00:04:09: Es war eine Wucht vor zwei Jahren wirklich großartig.

00:04:12: ich kannte ihn nicht und jetzt kommt der zurück mit einer Co-Produktion.

00:04:16: also das sind dann so die unterschiedliche Linien wo man denkt okay da engagieren wir uns ungesehen helfen dieses Stück auf die Beine zu stellen und sind dann co-produzent.

00:04:27: Das ist so ein Teil des Antworts schon.

00:04:29: Jetzt mache ich vielleicht mal kurz Pause.

00:04:31: Besonders an Tanz im August ist ja auch das hier unterschiedliche Orte bespielt und das war für mich aber immer so ein Trigger abgedacht, ach Mensch!

00:04:39: Ihr könntet doch echt mal zu uns kommen und wir haben es ein paar Mal versucht.

00:04:43: Wir haben aber dann doch gemerkt, dass so die Rahmenbedingungen, die ein Museumsraum bietet sind dann doch nochmal andere als die, die häufig die Choreografinnen benötigen.

00:04:53: Jetzt klappt's dieses Jahr zum ersten Mal die Melissa Gags aus der Schweiz.

00:04:58: Weißt du schon was sie bei uns machen wird?

00:05:00: Ich kenne sie auch noch nicht.

00:05:01: Die kommt zum ersten mal in Deutschland Und ich habe auch gelernt, dass man Melissa G sagt.

00:05:07: Ich hab ein kleines Video gesehen wo sie sich selber forscht.

00:05:10: Melissa

00:05:11: G?

00:05:11: Son X!

00:05:12: Du Thomas du bist auch francophon teilweise mit französisch... Es gibt keine Regel oder?

00:05:19: Nein.

00:05:20: Pas

00:05:20: de règles.

00:05:21: Pas des règles, man muss es wissen.

00:05:22: Sagt man Marguerite Duras und die Duras sind zwei Schulen, würde ich sagen.

00:05:26: Duras.

00:05:27: Es gibt Leute die Dura sagen.

00:05:29: Ich sag auch Duras, bon.

00:05:30: Also Melissa G Hat Ricardo natürlich auf seine Recherche reisen auch kennengelernt und ich freue mich auch sehr, dass es klappt.

00:05:40: Dass sie hier bei euch spielen kann ist das sie sehr interessiert ist in einer anderen Raumkonstellation also nicht Bühne- und Publikumfrontal aber eine andere Raumkostellation wo das Publikums sich bewegen kann und ihre eigene Weg findet um sich zu verhalten so was da stattfindet.

00:06:00: Und dafür sind deine Räume natürlich super.

00:06:04: Und das Stück heißt Down, Going down.

00:06:07: also was ich so verstanden habe ist es muss nicht über Depression gehen.

00:06:13: Ich bin in ein Low Point aber das vielleicht auch einen guten Punkt um dann wieder hochzukommen und zu gucken wo wir gemeinsam doch das Leben feiern können.

00:06:24: So... Es ist eine sehr energetische Tänzerin.

00:06:28: Ja, ich freue mich auch und bin sehr gespannt wie es hier funktionieren wird.

00:06:32: Ich glaube vielleicht noch einen Satz weil sie ist nicht alleine da ist auch diesen Schlagzeug dabei und Sie kommen beide so ein bisschen auch teilweise aus der Improvisation was auch so eine bestimmte Richtung ist und was sie selber dazu sagt is dass sie mit ihm so'n echten Klick hatte von wir verstehen wie wir unsere Kunst machen.

00:06:50: er mit sein Schlagzug unsi mit ihrem Tanz.

00:06:52: also das finde ich glaube in ne sehr schöne Kombination.

00:06:54: Wir finden's natürlich auch total reizvoll begangen, betanzt wird und die Performance wird so wie ich das jetzt mitbekommen habe auch draußen enden.

00:07:03: Das ist natürlich großartig weil man dann ganz weit weg ist von diesem Kuckkastentheater und überhaupt merkt man natürlich wie sehr sich unsere Arbeiten eigentlich berühren.

00:07:12: also die Performance ist ja eigentlich in der bildenden Kunst angesiedelt aber sie kommt natürlich ganz stark aus dem Theatralen.

00:07:17: Wie geht ihr da vor bei eurem normalen Hebel am Uferprogrammen denn da gibt es ja auch häufig Programme die eigentlich auch genauso gut in einem Museum für zeitgönnische Kunst stattfinden könnten?

00:07:27: Ist eine große Frage.

00:07:28: und ich, weil ich denke du hast vollkommen recht.

00:07:32: Also wir haben schon öfters mitbildende Künstlerinnen gearbeitet die bei uns dann ein Arbeit machen.

00:07:40: Theater ist auch immer sehr time-based also Dramaturgie ist super wichtig.

00:07:45: es hat einen Daumen ob es nun fünfzig Minuten ist oder drei Stunden da.

00:07:49: irgendwie muss mit Zeit gearbeitet werden Dramaturgie und mit Technik auch.

00:07:55: Und das hast du schon angedeutet, die technischen Umständen sind in einem Theater natürlich sehr anders als bei euch und auch so ein Technikteam, dass hochspezialisiert ist.

00:08:06: also höre ich immer wieder wenn ich irgendwo bin Es war so schön bei euch und die Technik, und die Produktion.

00:08:15: Das ist zum Beispiel mit Leila Heckmatt vielleicht hast du es auch gesehen was sie dann bei uns macht ist schon ein bisschen anders als wenn sie in einem bildenden Kunstraum etwas macht.

00:08:24: wir machen jetzt demnächst im September musst du unbedingt kommen mit Sophia Süßmilch eine große Produktion.

00:08:32: Und das Theater hat ich sage im Celebordell Wir nehmen allen auf Das ist, wenn dem alles geht.

00:08:41: Aber es hat auch was Gnadenloses.

00:08:44: Wenn du im Raum sitzt und guckt ... Man sieht alles, man spürt alles.

00:08:48: Man sieht, wenn es mal eine Delle gibt in der Zeit oder so.

00:08:53: In diesem Sinn ist ein gutes Theaterstück oder Tanzstück zu machen.

00:08:56: It's not easy, würde ich sagen.

00:08:58: Und deswegen wird Sophia süß mich sehr stark begleitet von meiner Kollegin Petra Pölzel, Curatorin am Haus.

00:09:07: Und also ich würde sagen, die Grammatik zu arbeiten bei uns ist so eine ganz andere als in einem bildenden Kunstraum, würde ich sagen.

00:09:15: Oder die Erwartungen des Publikums sind sehr anders auch.

00:09:19: Das ist vielleicht noch stärker so!

00:09:21: Wir haben erfahren... wir hatten zum Beispiel Lichia Lewis, Choreografen, die also sehr erfolgreich auch arbeitet und die auch schon mal an dem Gropiusbau was gemacht hat?

00:09:31: Dass Publikum bei uns erwartet diese Dramaturgy

00:09:35: Genau.

00:09:35: Und wir haben sie in der Berlin Art Week präsentiert, mit ein Stück was fast zwei Stunden dauert und ich habe sofort gesehen vor mir saßen Leute die so nach zehn Minuten aneinander angeschaut haben wie geht das hier?

00:09:47: Das dauert uns und die sind nach zwanzig Minuten gegangen weil das ist ein ganz anderer Mindset um sich... zu setzen, sich einzulassen und so gucken was passiert.

00:09:58: Im Museum kontrollierst du dich natürlich selber.

00:10:01: Du kannst durchwandeln ganz schnell, du kannst dir ganz viel Zeit nehmen.

00:10:04: Ihr habt ja auch drei ganz unterschiedliche Spielorte.

00:10:07: das finde ich auch immer interessant und natürlich auch eine Nachbarschaft die wir gewissermaßen sogar teilen.

00:10:12: Das ist ein sehr diverser Nachbarshaft nach Beinenschaft.

00:10:16: wie geht jeder vor?

00:10:18: Ihr habt ja auch mal mit diesem Architektur-Kollektiv CONAW zusammengearbeitet.

00:10:23: Die hatten ja mal ein Pavillon bei euch vor dem Hau, also da seid ihr auch mal in den Stadtraum gegangen was ich wichtig finde denn ähnlich wie bei einem Museum hat natürlich auch einen Theater eine Schwelle.

00:10:34: die wird nicht so leicht für den Menschen überwunden.

00:10:37: Welche Strategien welche Kommunikation betreibt ihr mit eurem unmittelbaren Umfeld?

00:10:42: Wir haben erstmal zwei Kolleginnen.

00:10:44: Ne, ich kann sagen zwei Kolleginnen sind zwei Frauen die in dem Vermittlungsprogramm aktiv sind.

00:10:50: Das heißt How to Connect und die eine Person arbeitet mit den Schulen vor allem eigentlich und ist so ein bisschen Jugendprogramm so man will.

00:10:58: es wird anders gestrickt als beim Stadttheater.

00:11:01: wir sind nicht ensemble das sind immer wieder neue Projekte die mit Künstlerinnen die am Hau verbunden sind arbeiten also viel wie soll ich sagen abenteuerlicher als wir machen mal einen Stück Und die andere Kollegin ist mehr für Akquise, so man will.

00:11:16: Aber es ist sehr vernetzt in der Nachbarschaft und auch ihre Überzeugung dass das Hau nicht nur ein Ufo sein kann mit all diesen spannenden internationalen Arbeiten, die wir haben oder aus Berlin aber auch diese Connection herstellen soll.

00:11:34: Das finde ich natürlich auch sonst... Arbeitete sie nicht bei uns.

00:11:38: Und Sie hat da.

00:11:38: Mehringplatz ist eigentlich so ein bisschen der Fokus gewesen von den letzten Jahren, sehr diverse Bewohnenschaft und der Platz zum Beispiel war zehn Jahre eingezaunt das hast du vielleicht auch gesehen.

00:11:51: Zehn Jahre für einen Platz oder Park, ja so einen Platz Das zeigt auch Ist nicht wichtig.

00:11:57: die Bewohner, die da leben fühlen sich eigentlich missen abgehängt Supermarkt ist verschwunden und all diese Sachen Und so.

00:12:04: die Kollegin hat Kontakte mit dem Quartiersmanagement, mit dem arabischen Themen-Tisch.

00:12:10: Frauentisch wenn wir da mal Alisharour im Haus haben aus Libanon dann guckt sie ob die Interesse haben und dann kommen auch einige von diesen Frauen Mal schauen bei uns.

00:12:20: aber vielleicht noch wichtig ist diese Reihe Berlin bleibt also.

00:12:23: Wir hatten jetzt die fünfte Edition schon Von dieser Festivalreihe So man will die wirklich sich auseinandersetzen Mit Nachbarschaft und Stadtpolitik Und die erste Edition war in der Postbank.

00:12:37: Diese Postfiliale, die danach abgerissen wurde – genau!

00:12:42: Das war im Jahr zwei Tausend Achtzehn, wenn ich es richtig habe, wo es echt auch ging um Mieter.

00:12:48: Christiane Rösinger hat dann ihren ersten Musical mit uns gemacht statt unter Einfluss und mit auch Mietevereinen

00:12:53: usw.,

00:12:53: wo es sehr stark ging, dass viele Wohnungen umgebaut wurden, in Eigentumswohnungen, Verdrängung ... Die letzte vielleicht noch ist so, dass genau diese Postbank abgerissen.

00:13:04: Postbank Filiale der Postbank.

00:13:05: zum steht noch und da ist jetzt die Macherei Und das ist voll gebaut.

00:13:10: also wenn Fotos nebeneinander sehen wurde von achtzehn, neunzehnt und jetz'.

00:13:16: Das sind schicke Büros teilweise, die noch teilweise auch leer stehen eine ganz andere Bewohnenschaft.

00:13:22: Und wir haben gesagt, wir sind da in der Mitte zwischen diesen Mehringsplatzen sehr kulturell diverse Bewohnschaft und diese Macherei wo wir die Bewohner eigentlich noch nicht so gut kennen.

00:13:32: Und gucken was das so...

00:13:34: Diese werden ganz anders sein!

00:13:36: Es gab ja einen Begriff, der in der Musimspädagogik oder in den Mediationen ganz stark benutzt wurde, der der Partizipation Manchmal ein bisschen verlogen, manchmal sehr ehrlich und sehr echt.

00:13:47: Habt ihr solche Projekte mal gemacht mit den Anwohnerinnen?

00:13:50: Dass die tatsächlich mit einem Programm, mit ein Stück gestaltet haben?

00:13:55: Gab es solche Formate auch bei euch?

00:13:57: Teilweise, wenn wir zum Beispiel jetzt mit Saidou Leloux ein französischer Choreograph der Apache gemacht hat.

00:14:04: Das ist so ein bisschen slangbegripp in Französisch für Outcasts, so man will was er in Paris entwickelt hat.

00:14:12: da waren Open Call for Movers Menschen zwischen sechs und neunzig, ich sag mal so die gerne mitmachen würden und eine Woche mit ihm arbeiten konnten und dann dieses Stück Offenmeeringplatz draußen vor Free gespielt haben.

00:14:27: Wir haben siebzig Leute engagiert und zwanzig professionelle Tänze.

00:14:32: Eine gekommen von dem Platz, aber das war natürlich ein Open Call für alle so.

00:14:37: Aber die Bewohner, die da waren, haben teilweise aus ihnen Balkons geguckt und so ... Ist das partizipativ?

00:14:43: Ich weiß nicht, aber wir waren sehr präsent dort auf jeden Fall!

00:14:47: Und das andere ist dass am Platz gibt es eine Theatergruppe, die heißt Mina Mina

00:14:53: E.V.,

00:14:54: ist eine inklusive Theatergruppe und die spielen einmal im Jahr bei uns in H-II, unsere einzige Bühne wo man mit Rollstuhl einfach hinkommt als Spieler auch.

00:15:04: Und das ist so ein bisschen diese Cross, so ein Kreuzwiss, den wir machen und dann kommt... Dann ist das Haus voll und wird Kuchen verkauft.

00:15:13: und hast du nicht gesehen?

00:15:13: Hausvoll ist ein schönes Stichwort!

00:15:16: Die Museen hatten ja über drei Jahre hinweg den eintrittsfreien Sonntag der jetzt den Einsparungen im Land Berlin zum Opfer gefallen ist.

00:15:25: Das war großartig, da kamen wirklich sehr viele Menschen... Ich würde denken die Idee, die damit verbunden wurde, die ist auch umgesetzt worden, dass wirklich Menschen kamen für die die Preise auch eine Belastung waren ins Museum zu gehen.

00:15:38: und ich habe mich immer gefragt bei Theatern warum gibt es denn da sowas nicht?

00:15:42: Ein freier Abend wo du einfach dann Eintritt frei hast Die Leute kommen first come first serve.

00:15:49: Komisch habe ich mich gewundert, ihr seid sonst immer vorne dabei.

00:15:52: Die Theater ist immer total laut, kämpferisch und wieso so was eigentlich nicht?

00:15:58: Wieso kann man nicht vor Free ins Theater gehen?

00:16:01: Das ist über die Preise eine ewige Diskussion.

00:16:05: Wir sprechen ganz viel darüber intern weil es gibt auch immer... wir haben jetzt unsere Preise erhöht seit sehr lange Zeit genau um zu kompensieren das wir doch die drei Prozent einsparen müssen.

00:16:18: Und es ist auch irre, dass wir damit echt mehr Geld einnehmen.

00:16:23: Aber dann noch gibt es auch Stimmen die auch von unseren Gruppen von Chishipop oder Gopsquarty sagen ja, die erhöhte Preise wie kriegen schon diese... Auch wenn das voll ist.

00:16:33: aber die Leute die normal auch kommen würden können teilweise nicht mehr.

00:16:37: Das sticht im Herzen keine Frage und vielleicht ich nehme da eine Idee mal mit Wir werden natürlich auch vom Land Berlin sehr gejagt Über Auslastung, so viel Euro pro Ticket.

00:16:50: Du kennst diese Artikeln auch die dann sagen ja der deutsche Oper kostet dreihundert soviel Euro pro ticket und wir sind auch nicht so billig weil unsere Kapazität natürlich nicht so groß ist.

00:17:01: aber eigentlich müsste man genau sagen das ist nicht das Problem.

00:17:05: ein Stück Brücke oder ein Stück A-Hundert kostet sehr viel pro Zentimeter würde ich sagen und ich benutze den nicht.

00:17:13: also ich meine Man kann das dann schon argumentieren.

00:17:16: Also ich übe es schon mal, Thomas um das mitzunehmen.

00:17:20: Was wir haben ist der Five to Nine Sale im ersten Montag des Monats wo man an fünfzig Prozent Tickets kaufen kann aber nicht vor free?

00:17:29: Nee es ist nicht vor Free und aus dem seither so beliebt.

00:17:31: Ich meine da muss man auch echt ein bisschen Glück haben um deine Karte zu bekommen.

00:17:35: Da muss man vorher übernachten.

00:17:36: Nein!

00:17:37: Nicht übertreiben.

00:17:38: Es gibt bei uns die Warteliste vorabend.

00:17:43: Ich gucke, es gibt immer einen Platz.

00:17:49: Wirklich wahr?

00:17:50: Also

00:17:50: wenn man Geduld hat und ... nicht immer, aber sehr oft.

00:17:55: Da war ich ein bisschen spät mit Tanz im August mit dem Ticket-Kauf.

00:17:58: Das hat leider nicht geklappt, das war auch ausgesprochen populäres Stück.

00:18:04: Was würdest du noch sagen?

00:18:05: Wie geht's weiter?

00:18:06: Und wir wurden eingeschworen auf Magre Jahre!

00:18:09: Politik meinst du?

00:18:13: Und im Moment ist ja die Situation eigentlich auch ziemlich desolat, kann man auch gar nichts prognostizieren.

00:18:18: Man denkt so okay sind wir der neuen Regierung vielleicht dann nicht mehr so wichtig wie es noch in der Vergangenheit der Fall war?

00:18:24: Wie positioniert man sich da?

00:18:26: Habt ihr schon spürbar irgendwelche Dinge da unternommen oder gibt's Sachen die weniger sind objektiv am Hau?

00:18:34: Bei uns ist natürlich noch so dass die Bundesförderung weggefallen ist.

00:18:38: Also wir sind in einem Verbund mit sechs anderen Produktionshäusern in der Republik, einige kennst du sicherlich Kampnagel in Hamburg oder Mousantoum in Frankfurt und auch Hellerau in Dresden und das hat schon die vorherige Regierung eigentlich gekillt.

00:18:53: also das muss ich ehrlich sagen dass Claudia Rota uns nicht mehr reingeschrieben hat und dann haben wir es schwer gelobbt und dann werden wir gerettet worden wenn die Regierung nicht gefallen war.

00:19:05: Aber ist so.

00:19:06: Das heißt, wir standen nicht drin und dann hatte die neue Regierung mit dem neuen Staatsminister ein einfaches Spiel um zu sagen er seid nicht drinnen und darüber hinaus sind die Theater auch eher ländersache.

00:19:20: das war aber sechshunderttausend Euro im Jahr.

00:19:22: Das ist für uns richtig Geld, was wir für Programme benutzen können.

00:19:26: Also da sind wir noch dabei.

00:19:28: das zu, soll ich sagen, Kanalisieren in wie wir weiter unsere Programme machen?

00:19:33: Es ist ein bisschen weniger natürlich und die drei Prozent vom Land Berlin haben wir doch eine kleine Kompensation bekommen wegen dieser Wegfall der Bundesgelder so dass wir auf einem stabilen Niveau sind.

00:19:50: Ich stimme zu, dass es im Moment relativ schwierig ist.

00:19:54: Wir haben nichts richtig gegenüber.

00:19:56: So muss ich das mal formulieren.

00:19:59: Es gibt sehr engagierte kulturpolitische Sprecherinnen beim bestimmten Parteien.

00:20:03: Das weißt du auch glaube ich aber wie stark die dann sind um das durchzusetzen?

00:20:07: Das ist Parlament!

00:20:08: Das ist noch nicht politisch verantwortlich.

00:20:12: Als du zwanzig zwölf nach Berlin gekommen bist dann war das ja glaube ich deine erste berufliche Stelle in der Stadt Berlin.

00:20:20: Hat sich dein Bild Berlins gewandelt in dieser Zeit?

00:20:25: Oder bist du jetzt eine Berlinerin geworden, würdest du bleiben oder gehst du zurück nach Belgien?

00:20:31: Das sind ganz viele Fragen!

00:20:33: Ich glaube Berlin hat sich sicher gewandt.

00:20:36: Mein Beispiel schon von Postbank ist ein mini Beispiel aber das Das sagt so ein bisschen was, wie die Stadtlandschaft sich geändert hat.

00:20:44: Die ich habe glaube ich mit Kulturpolitik hat sich wirklich auch geändert.

00:20:48: also... Ich war sehr trainiert in Pläne zu schreiben.

00:20:52: So macht man das im Belgien und der Niederlanden und es hab' ich weiter gemacht vor jedem Doppelhaushalt und wir sind so gewachsen von unter fünf Millionen nach acht, achten halb Millionen.

00:21:04: Also kann ich sagen Anomie well done ist doch so.

00:21:06: aber wir hatten auch Glück mit der Politik.

00:21:09: Und das ist vorbei!

00:21:10: Das Gefühl habe ich sicher.

00:21:12: Aber das hat nicht nur mit Berlin zu tun, es ist auch Weltlage, würde ich sagen und so... Und ja!

00:21:19: Ich hab mittlerweile eine Beziehung mit einem Berliner.

00:21:24: Und das heißt, dass zurück nach Belgien ist.

00:21:27: eigentlich für mich... Ich war... Zurück nach Belgia, ich war sechszehn Jahre in Rotterdam davor.

00:21:32: Ich bin jetzt dreißig Jahren weg aus Belgien und ich hab noch Familie dort und ich besuche sie gern und besuche Festivals und so.

00:21:40: aber Ich fühle mich eigentlich hier sehr wohl, like you.

00:21:45: I do!

00:21:46: Ja ich glaube wir sind Berlinerinnen geworden und bleiben ganz bestimmt auch.

00:21:51: Das wird natürlich ja noch für die nächsten Jahre erstmal aufregend sein das zu beobachten wie sich es weiterentwickelt, wie sie sich weiter wandelt und die berlinische Galerie ist ja auch an Ort dass der sehr wählt auf den Kontakt mit den Nachbarin legt.

00:22:03: Und wir sind ja auch nochmal ganz besonders ein Wohngebiet, ne?

00:22:06: Wir haben zwar keine krass befahrene Straße vor der Tür aber dafür eben ein reines Wohngebied.

00:22:11: und das ist auch immer für uns natürlich toll zu sehen wie wir uns da verbunden haben mittlerweile.

00:22:16: Wie macht ihr das denn?

00:22:17: Teilweise mit Hausbesuchen, teilweise wirklich mit Einladung.

00:22:20: Man geht

00:22:21: in die Häuser rein

00:22:22: und laden die Leute ein.

00:22:23: Und am Anfang habe ich auch gedacht oh this will never work.

00:22:26: aber es funktioniert.

00:22:28: Mittlerweile sind sie selber aktiv und kontaktieren uns und organisieren eigene Feste in ihren Inhöfen und fragen ob wir nicht mitmachen in irgendeiner Form.

00:22:38: Ich finde das eine tolle Entwicklung und da kann man nur sagen ja super so ist Museum eben auch richtig.

00:22:43: Da brauche ich nicht die Museumsinsel für sondern da bin in dem Kartier, in dem wir sind.

00:22:49: Ja

00:22:50: also ich glaube auch dass die Berlinische Galerie mein Berliner Zuhause liebt Die berlinische Galerie und es hat auch mit seinen mit hier aufgewachsen zu sein.

00:22:58: Und die berlinischen Galerie ist Teil von dieser Stadt Textur oder Gewebe zu sehen mehr als die museums Insel.

00:23:06: das ist so.

00:23:08: ja einem.

00:23:08: Ich danke dir ganz herzlich dass du heute bei uns bist.

00:23:10: Wir haben ja schon mal eine Führung gemeinsam gemacht wenn ihr dich erinnerst Das war ein Jubiläum der bernienischen galerie.

00:23:16: Ich glaube das vierzigste Geburtstag haben wir gemeinsam eine Tour gemacht durch die Fotografie.

00:23:21: Du bist also multiple interessiert, das merkt man.

00:23:24: Also vielen Dank dass du heute hier warst.

00:23:25: großartig!

00:23:26: Wir sehen uns spätestens wieder bei dir.

00:23:28: zur Eröffnung des Tanz im August-Festivals und hier vielleicht noch mal zur Präzisierung.

00:23:33: Das findet zwischen dem XIII.

00:23:34: und dem XXIX.

00:23:35: August statt an unterschiedlichen Standorten darunter die berlinische Galerie.

00:23:40: Programmatickets findet man auf der Website das How und wenn man das heute macht, dann klickt man auch bestimmt noch welche.

00:23:47: Und ich ...

00:23:48: Tanze Mogus hat auch nur eine eigene Website.

00:23:50: TanzeMogus.de.

00:23:51: Wollte ich nochmal... Na da!

00:23:52: Weil da gibt es noch auch Podcasts und ist wirklich schön gemacht.

00:23:56: Ja, ist gut gemacht, übersichtlich gemacht.

00:23:58: Dann findet man bestimmt noch was.

00:24:00: Ich darf ankündigen in der nächsten Folge.

00:24:01: Begrüßt euch hier wieder für die Berlinische Galerie Anne Waag.

00:24:05: Ich hoffe die erste Folge mit ihr als Horst haben euch gefallen.

00:24:09: Anspricht mit der diesjährigen Preisträgen des Grasakunstpreises, die wir dann im September mit einer Ausstellung feiern

00:24:16: werden.

00:24:17: Vielen Dank!

00:24:18: Das war eine Freude.

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