Hey Jeewi Lee, was kann uns Sand erzählen?

Shownotes

In dieser Folge spricht Anne Waak mit der Künstlerin und diesjährigen GASAG-Kunstpreisträgerin Jeewi Lee über Sand als Material, Erinnerungsträger und Ressource. Außerdem geht es um Jeewis Ausstellung in der Berlinischen Galerie, ihre wissenschaftliche Forschung zu Sand zusammen mit Phillip C. Reiner – und ihren Weg zur Kunst.

Mehr über Jeewis Ausstellung erfahren: https://berlinischegalerie.de/ausstellungen/aktuell/jeewi-lee/

Website der Berlinischen Galerie: https://berlinischegalerie.de/

Folge der Berlinischen Galerie auf Instagram

Produktion: Studio Soma

Coverfoto: Ecaterina-Rusu

Transkript anzeigen

00:00:02: Mich hat angesprochen in der Vorstellung, dass Sand immer am Reisen ist.

00:00:06: Immer im Wandern und das es eine Art von Spur auch ist weil in meiner Arbeit geht's ja ganz oft um Spuren.

00:00:14: Herzlich willkommen zu Kunst in Berlin ein Podcast der berlinischen Galerie.

00:00:18: Ich bin Anne Waag, Journalistin und Autorin.

00:00:21: In diesem

00:00:22: Podcast

00:00:22: spreche ich mit Akteurinnen der Kunstwelt.

00:00:25: mich interessiert was macht ihre Arbeit aus?

00:00:28: Und was hat sie mit unserer Zeit zu tun?

00:00:31: Mein heutiger Gast ist Givili.

00:00:33: Sie hat an der Universität der Künste in Berlin sowie am Hunter College in New York Malerei studiert und sie seither zahlreiche Ausstellungen realisiert, für die sie mit Materialien wie Sand, Branche, Marmor, Asche Salz und Wasser erarbeitet.

00:00:48: Givli ist die Trägerin des diesjährigen Gasak-Kunstpreises und hat aus diesem Anlass im September eine Ausstellung.

00:00:59: Die Ausstellung ist aktuell in der Eingangshalle, der Berlinischen Galerie zu sehen.

00:01:04: Außerdem erscheint im Dezember eine Publikation.

00:01:08: Als Trägerin des alle zwei Jahre vergebenen Gasakpreises folgt Givili auf Marichen Danz, Julien Chayer und Nick Novac.

00:01:17: Liebe Givi!

00:01:18: Herzlichen Glückwunsch zur Ausstellung zum Preis natürlich und herzlich willkommen im Pop-Cast.

00:01:24: Vielen Dank!

00:01:26: Die Ausstellung umfasst eine ganze Reihe an Genres.

00:01:30: Im weiteren Sinn der Malerei, Skulpturen, ein Video und eine Soundarbeit.

00:01:35: Es handelt sich um die ganze Landschaft, die sich dort im Raum entfaltet.

00:01:39: Erklär doch mal was man da sieht beziehungsweise worum es geht.

00:01:44: Also die ganze Ausstellung handelt es sich um das Material Sand oder Sand auch als Erinnerungsträger aber auch Ressource, was wir nach Wasser meisten ... im Alltag verbrauchen.

00:01:59: Die Ausstellung besteht aus Werkserien, aber auch Ortspezifische Arbeiten, die im Ausstellungsraum spezifisch für das Museum entstanden sind.

00:02:11: Einmal ist es die Bodenarbeit, die sich so über den ganzen Boden ... Also der Raum ist ja nicht der einfachste Raum, weil er so schlauchig und lang ist.

00:02:20: Und die Bodenarbeit sieht sich über den gesamten Raum bis nach hinten.

00:02:25: Und zwar sind das so wie die Sandinseln, Sandbetten.

00:02:30: Die organisch geformt sich lang schlingen.

00:02:36: Sie sehen erst mal nur organisch und willkürlich aus.

00:02:39: aber der Vorteil von dem Raum ist ja dass man auch den Blick so von oben hat, dass man in die oberen Tasche kann und dann kann man den Ausstellungsraum von oben runter gucken Und da kann man erkennen, dass es so Querschnitte sind von einem majokinischen Sandkorn.

00:02:55: Also das sind dann die Silhouetten, die Schablonen sozusagen.

00:02:59: Von dem majokinischen Sandkoren-Querschnitt und an der Decke hängen ganz viele Staubschutznetze.

00:03:09: Das sind gebrauchte Staubschutznetze von Gerüstebaufirmen aus Berlin.

00:03:15: Die verschiedenen Grautöne sind tatsächlich ... ist der ganze Dreck und Staub von unserer Stadt.

00:03:23: Das sind zwei Ortsspitzefische Arbeiten, die im Raum und für den Raum entstanden sind.

00:03:29: auf den Sand-Inseln sind Glasscheiben platziert.

00:03:33: Und da drauf befinden sich unsere Ruden quasi, unsere Sandskulturen.

00:03:41: An den Wänden hängen Sandmaler rein

00:03:43: von mir.

00:03:44: Bevor wir jetzt oft die einzelnen Arbeiten eingehen ... Du hast eben gesagt, Sand ist ganz häufiger Stoff im Alltag.

00:03:56: Kannst du dazu mehr sagen und vielleicht auch wie du auf dieses Thema gekommen bist?

00:04:00: Also eine ganze Ausstellung um das Element jetzt einfach mal sand zu bauen.

00:04:06: Also angefangen hat die ganze Thematik auf einer Künstlerresidenz in Portugal, da hatte ich eine ganz lange Wanderung.

00:04:12: So stundenlang bin ich an der Küste und Strand entlang gewandert mit anderen Künstlerninnen Und wirklich so knallgäben Sand gefunden auf dem Boden und dann ein paar Stunden später ganz braunen Sand.

00:04:26: und dann war ich ganz fasziniert von den unterschiedlichen Farben.

00:04:29: Ganz einfach und naiv hat es eigentlich angefangen dass ich dann Sand mitgenommen habe um mir die Frage stellt warum sind die Sandfarben eigentlich so anders.

00:04:38: Und aus Korea kenne ich das anders, aus Senegal kenne Ich das ja anders und hier so gelb- und bräunlich.

00:04:43: Woher kommt Sand eigentlich?

00:04:46: Sand war ja gefühlt gestern Berge.

00:04:49: Also das Sand definiert sich durch die Korngröße.

00:04:53: aber dass alles mögliche drin.

00:04:55: aber grundsätzlich ist Sand ein Stück Berggesteine, die dann größere Steine wohnen und kleinere Steinen.

00:05:03: Und je mehr sie sozusagen gereist sind, sind das ja auch immer in Bewegung.

00:05:08: Wären sie immer kleiner und dann irgendwann zu sand?

00:05:11: Das finde ich eben spannend, weil Sand verkörpert irgendwo Bewegungen und Transformationen.

00:05:19: Weil das waren ja mal wie gesagt Berge oder Gesteine und Felsen, die dann immer kleiner geworden sind über Millionen von Jahren bis sie so klein gewonnen sind.

00:05:29: zu einem Sandkonnen gewissenen Korngröße nennt man das eben Sand.

00:05:35: Und dadurch, dass sich Sand nicht durch Material sondern durch die Korn-Größe definiert kann eigentlich alles zu Sand werden und da ist Mineralien aber auch Mikroplastik versteinerte Korallenpartikelknochen alles mögliche ist sozusagen im Sand drin.

00:05:54: Und welche Rolle spielt er?

00:05:56: jetzt zum Alltag?

00:05:57: Ja also mich hat sonst ganz am Anfang angesprochen so in der Vorstellung, dass Sand immer am Reisen ist.

00:06:05: Immer im Wandern und Millionen Jahre in sich verkörpert.

00:06:09: Und somit auch ganz viele Erinnerungen um ganze Strecke hinter sich gelegt hat.

00:06:14: Wenn man da aber Sand sich aus dem Alltag dann anschaut also eigentlich als Träger von Erinnerung das fand ich persönlich sehr spannend, dass es eine Art von Spur auch ist weil meine Arbeit geht ja ganz oft um Spuren.

00:06:27: Aber wenn man sich Sand im Alltag anschaut ist es ja, wie ich vorhin auch gesagt habe nach Wasser am meisten genutzte Ressource in unserem Alltag nicht nur Beton und Glas.

00:06:38: Wie wir wissen ist aus Glas aber so Wasser was wir trinken womit für uns Duschen ist aus Sand gefiltert die ganzen Mikrochipkarten für unsere digitale Welt.

00:06:48: da ist die Lithium drin was aus Sand gewonnen wird.

00:06:52: Es ist eigentlich überall drinnen.

00:06:54: Und wenn man da tiefer reingeht und recherchiert findet man eigentlich ziemlich schnell heraus dass der Nicht nur so Ökonomie, aber auch Ökologie und die ganze Industrie dahinter.

00:07:06: Und auch Begriegungen und Ländermächte und das Tonnenweise zwischen den Industrien und den Ländern.

00:07:13: Auch Tonnenweiße Sand immer jeden Tag hin und her geht bis zu Natur- wie Katastrophen, die durch Sandabbau passieren.

00:07:23: Das sind ganz schön viele komplexe Themen also auch ein sehr politisches Material

00:07:28: Ein wichtiges Element in der Ausstellung und das, was dir am meisten Arbeit abverlangt hat.

00:07:35: Und wo es auch am technischsten wird.

00:07:37: vielleicht sind ich glaube ein bisschen mehr als zwei Dutzend mittelgroße Skulpturen beige Farben in verschiedenen Formen.

00:07:47: Was genau sehen wir da?

00:07:48: Diese eine eine Skulptur sieht aus wie so ein poröser Schwarm.

00:07:52: Eine andere vielleicht Samenkorn sehr vergrößert.

00:07:57: Was hast du da gemacht?

00:07:59: Also, erst mal bevor ich weiter ins Detail reingehe ... Ich spreche von mir, weil außer die Sandfalle rein hab' ich ja alle arbeitend mit Philipp Zirein um einen Kollaborationspartner entwickelt.

00:08:14: Erst Geometrieforscher.

00:08:16: Vorsteht's nicht nur Geometrien aber auf der Ebene sind wir zusammengekommen.

00:08:22: Ich als Künstlerin und Geometrieforscher wollte uns Sand näher anschauen.

00:08:28: Die Sandskulpturen, die du ansprichst sind auch in Zusammenarbeit mit Philipp entstanden.

00:08:36: Die Skulpturen sind in der Produktion ziemlich komplex.

00:08:39: Du hast recht, sehr zeit- und kostenaufwendig.

00:08:43: Das sind Sandsskulpturen wo wir Sandkörner aus verschiedenen Orten.

00:08:49: Meistens sind das eigentlich ... Alle Orte waren, wo ich mich länger aufgehalten habe oder wo ich arbeitend produziert hab.

00:08:56: Oder Künstler Residencies hatte und da hat sich mittlerweile wie so ein kleines Archiv angesammelt in meinem Studio Und wir haben uns Sandkörner unter dem Mikroskop angeschaut und die verschiedensten Formen und die spannendsten Geometrien sozusagen darin gefunden dass wir aus den jeweiligen Orten immer so den einen Sandkorn auswählen.

00:09:19: das ist dann bisschen wie so Casting oder so Germanics Next Top Model-mäßig.

00:09:24: Manchmal dauert es ein paar Stunden, aber manchmal auch Wochen bis wir uns geeinigt haben welcher Sancon nun zu unserer Skulptur werden soll.

00:09:33: und dann wenn wir die Auswahl getroffen haben dann arbeiten wir mit der Firma Zeiss zusammen.

00:09:38: Zeiss Messtechnik, die die Mikroskope herstellen Scannen wir die Sandkörner in Nanocity-Scan.

00:09:53: Das ist wie ein X-Ray, was wir aus den Krankenhäusern kennen.

00:09:58: So eine Computertomographie und davon gewinnen wir eine riesengroße Datei wo ganz viel Informationen drin sind.

00:10:06: Mehrere Gigabyte oder so?

00:10:08: Ja also der Scan von einem mini kleinen Sankorn dauert so neun bis zehn Stunden oder auch das Exportieren von der Datei.

00:10:17: Auch bis zu vier Stunden, also das sind so riesige Dateien und darin kann man jedes einzelne Detail ganz viele Feind hatten von der Oberfläche vom Sandkorn aber auch dadurch dass es ja ein CT-Scan ist, auch vom Inneren.

00:10:33: Also wir haben die Informationen wie die Sandken auch innen drin aussehen.

00:10:37: Und daraus ist ja auch eine Videoarbeit, die habe ich vorhin vergessen zu erwähnen.

00:10:42: Eine Videoarbeit für die Ausstellung ist ja entstanden aus diesen Materialien und da kann man sehen, wie es in den Sandkönnern drin aussieht.

00:10:51: Wonach habt ihr dann, wenn du sagst das war wie so ein Casting?

00:10:55: Und nach habt ihr geschaut was musste ein Sandkorn haben damit es in die engere Auswahl für diesen sehr aufwendigen Prozess

00:11:02: kamen?

00:11:02: Wenn man sich Sandkörner unter dem Mikroskop anschaut, dann entdeckt man ziemlich schnell versteht man was die Eigenschaften sind von dem Ort.

00:11:11: Und das ist so die Paradoxie, was ich so spannend finde, weil Sand finde ich ja spannend, weil es hier permanent mit Hilfe von Wind und Wasser immer auf Reise ist und in Bewegung über kreuzt-ozeane Grenzen landet mal auf einem ganz anderen Küste und wird wieder abgeholt von der nächsten Welle.

00:11:35: und dennoch ... trägt es sehr viel, so die Örtlichkeit und die Ortsspitzfischkeit.

00:11:41: Also kann man darin erkennen in diesem Pod quasi.

00:11:45: Und wir schauen immer, dass das so die Charakteristik trägt von dem Ort wie zum Beispiel an der ... um euch ein Beispiel zu geben.

00:11:55: Der Sandkorn aus Filmshafen also der deutsche Sandkoren Das ist ja eine Wattlandschaft Und durch Ebbe und Flut werden die Sandkörner so viel hin- und hergespult, dass die Sandkerne alle rund gelutscht waren.

00:12:11: von der Form.

00:12:12: Das war erst mal für uns natürlich ... Ist es denn spannend genug von der form?

00:12:16: Weil runde Sandkönner sehen eigentlich so aus.

00:12:19: Wenn man die vergrößert, sehen sie nur so aus wie Felsen oder so.

00:12:24: Und dann haben wir uns überlegt, ah okay, aber verstanden.

00:12:26: Jetzt sind alle so sehr rund und wir wollen auch damit arbeiten.

00:12:30: Dann lass uns daraus eine Challenge machen, dass wir den Rundesten von den Rundersten wählen.

00:12:36: Wir haben wirklich einen ziemlich nahekugelförmigen Sandkorn aus Willemshafen zum Beispiel rausgesucht.

00:12:44: oder in New York der Sandkoren aus New York.

00:12:46: die waren immer so sehr scharfkantig und so eckig und dreieckig.

00:12:52: Und woraus resultiert das?

00:12:54: Ich glaube, es sind die Materialien, die man an dem Ort sehr viel findet.

00:12:59: Genau.

00:12:59: und dann gucken wir natürlich aber als nächstes wie es skulptural einfach spannend aussieht also wirklich bildhauerisch.

00:13:06: und wie ist auch für unseren Ensemble bei.

00:13:09: mittlerweile haben wir eine Sammlung und dasses Land wenn wir's als Landschaft auslegen welche Form sagen unsere Gruppe gut ergänzt und harmonischer aussieht.

00:13:20: Ich stelle es mir wirklich wie so eine Band vor.

00:13:22: Die müssen alle irgendwie

00:13:23: ... Ja, und die haben ja unter uns auch natürlich alles so Spitznamen.

00:13:28: Weil die Tite von den jeweiligen Skulpturen, die beinhalten immer den Ort der Küste oder dem Strand, wo wir's aufgefunden haben.

00:13:36: Und dann aber immer nördige Nummern, weil wir ein Archiv führen und dann ist immer so ... manchmal können wir uns die selber nicht merken?

00:13:48: Und deswegen haben wir Philipp und ich immer so kürze, dass wir sagen, hast du den Dumpling jetzt da auch mit eingepackt?

00:13:57: Der Stab und die Säule und die Zitrone.

00:14:01: Und so weiter in den Schnitzel

00:14:03: ... Genau!

00:14:05: Wir sind jetzt in der Herstellung bis zum Scan gekommen.

00:14:09: wie.

00:14:09: vielleicht kannst du noch kurz erklären, wie es dann tatsächlich dazu kommt, dass da wieder eine Form entsteht und zwar um das mal ... in der Größe vielleicht zu verankern, bis zu achthundertfünfzigmal vergrößert.

00:14:23: Noch größer?

00:14:23: Genau das waren die ersten Skulpturen.

00:14:26: Das hat sich dann jetzt in unserer letzten Skulptur noch viel mehr vergrüßert weil wir noch viel kleinere Sandkörner gefunden haben.

00:14:35: genau und wenn wir Rensays diese Informationen bekommen die Datei ist so groß da brauchen wir auch eine eigene Software von denen.

00:14:43: Die verarbeiten wir dann als, oder übersetzen sie dann als eine Digitale-Dreidee-Form.

00:14:51: Und auch dieser Prozess ist es überhaupt nicht schnell getan.

00:14:54: Das ist ein ziemlich komplexierter langer Weg um das präzise Sucht zu verarbeiten, um sich danach aus Sanddreideen zu drucken.

00:15:05: Dann werden die Skulpturen, die aus Sand drei D gedruckt sind also die sind massiv aus Sand Die werden noch mal infiltriert, das heißt mit Kunstharz besprüht mehrmals hintereinander.

00:15:19: Damit sich die Skulptur damit festsaugt und verhärtet.

00:15:22: Weil sonst würde die Skruktur bei jedem Transport so ein Stückchen abrösen oder kleiner werden.

00:15:30: Das hatten wir zwar auch mal ursprünglich als Idee, dass wir das Spann finden je länger man es aussteckt.

00:15:35: Dass die Skzeptur immer sich wie so abnutzt.

00:15:37: aber nach der ersten Produktion... und den ganzen Zeit- und Kostenaufwand haben wir uns dann entschieden,

00:15:44: lieber was

00:15:45: Haltbares zu machen.

00:15:46: Genau, lieber etwas Haltbares zu machen!

00:15:48: Dadurch dass der Druckraum von dem Dreadedrucker ziemlich begrenzt ist wie man mit seinen drucken kann sind die größeren Skulpturen tatsächlich aus mehreren Stücken gedruckt und werden dann in der Postproduktion von uns wirklich händisch verarbeitet oder bearbeitet das sie dann wie ein Körper aussehen.

00:16:09: Also es gibt verschiedene Elemente oder Teilstücke, die ihr dann zusammenfügt und dann werden sie noch mal so

00:16:17: wiegenut.

00:16:17: Genau, werden Sie dann verfugt?

00:16:22: Die werden dann verfucht weil man die Nähte dann sieht und genau da werden sie dann wie so drüber... ich habe ja auch Malerei studiert.

00:16:30: Da reden wir gleich noch

00:16:31: drüber!

00:16:32: So ein bisschen wie Maskenbild kann man sich das vorstellen.

00:16:36: Und jetzt in der letzten Produktion hatten wir auch Unterstützung.

00:16:40: Da war ich ja eine ganz frische Mutter und konnte nicht alles nur allein

00:16:44: machen,

00:16:46: genau da bearbeiten wir quasi über den Nähten.

00:16:49: das ist so ... schminken wir drüber dass es ein Körper wird.

00:16:53: Magic!

00:16:55: Weil du das gerade erwähnt hast Die Malerei, die du da eigentlich studiert hast.

00:17:00: Du hast recht schnell angefangen, die Grenzen dessen zu testen was malerei eigentlich sein kann.

00:17:07: also Hast zum Beispiel den das war glaube ich auch der Abschlussarbeit Den Fußbunden eines Studios ausgestellt Der eben die Spuren in der Arbeit und auch deines drüber laufens trug Wände des Hauses eines Großvaters ausgestellt, die wiederum die Spuren seines Lebens getragen haben.

00:17:28: Du hast dich als Pinsel praktisch durch eine Schneelandschaft ziehen lassen, durch eine Unberührte?

00:17:34: Wie kam das, dass dich eigentlich Malerei wie sie verstehen nicht so richtig interessiert hat?

00:17:41: Ja, das weiß ich auch nicht so wirklich.

00:17:44: Ich erinnere mich nur, dass ich sehr dankbar war, weil ich habe bei Robert Lukander studiert Und obwohl er ihn würde man schon als klassischen Maler bezeichnen.

00:17:55: Ich war aber sehr dankbar, dass er immer offenbar mich ermutigt hat oder mich auch daran unterstützt hat, anders zu denken.

00:18:02: und mich hat Malerei ... ich bin gar nicht kritisch der Malerei gegenüber.

00:18:06: Ich hab einen sehr hohen Respekt vor Malerei.

00:18:09: Ich find's einer der komplexesten Mediumen überhaupt in der Wilnenkunst.

00:18:13: Aber mich hat im Studium schon ganz schnell ... haben mich konzeptuelle Sachen auch an der Malerei interessiert.

00:18:21: Ah, okay!

00:18:22: Warum immer wird diskutiert die Farbpalette und der Duktus von einem Maler?

00:18:28: Warum hat man schon so Erwartungen in die Handschrift?

00:18:32: Und ich hab damals ganz viel mit Kamouflastoffen oder Aufkamouflastoffs gearbeitet und habe mich als Malerin den Stoff angepasst und Sachen reingetarnt gemalt.

00:18:42: Also gar keine selbstentschiedene Farbe sondern ... Das, was der Stoff mir vorgibt, hab ich reingemeilt.

00:18:49: Den Duktus habe ich dann übernommen und so ... Und so bin ich immer mehr oder auf Spuren auch aufmerksam geworden, weil Mahler-Atelier sehr viel rumgeklext wird und gesprüht wird und alles, was nur auf diesen Viererkleinwand landet, hat einen Wert und wird vom teuren Kurier abgeholt und weit kübt gehangen.

00:19:11: Aber alle ... Tropfen und Kleckste, die daneben getroffen haben, waren dann so wie Dreck.

00:19:16: Das fand ich auch ganz spannend.

00:19:18: So hat es angefangen, dass sich immer das Drum herum und das Verständnis und das Konzept ... Dass mich das irgendwie gereizt hat.

00:19:27: Als ich das verfolgt bin, bin ich immer mehr vom zweidimensionalen rausgekommen.

00:19:36: Du machst nach wie vor aber, wie ich gesagt habe im weiteren Sinne auch Malereien.

00:19:40: Also in der Ausstellung jetzt gibt es diese fantastischen Sandbilder nicht einfach mal wo du Sand als Pigment benutzt hast?

00:19:50: Genau!

00:19:51: Ich fand es spannend dass jeder Strand und Küste tatsächlich eine ganz andere Farbpalette hat und wollte das einfach so wie's ist auch aufzeigen zum Beispiel an der koreanischen Westküste, was mir persönlich sehr vertraut ist.

00:20:06: Haben wir auch eine Wattlandschaft.

00:20:08: die ist dann auch immer so gräu aber grünlich und wenn das neben dem mayokinischem Sandbild hängt, was ziemlich weiß und beschig ist, merkt man auf einmal wie unterschiedlich die Landschaften und die Umgebung im mikroskopischen, wenn man noch genauer guckt sozusagen die Inhalte sind.

00:20:29: Das fand ich ganz spannend.

00:20:30: ja weil es dann auch Spuren und ein Archiv von den jeweiligen Orten

00:20:34: ist.

00:20:35: Ich habe mich gefragt, weil der Sand ja von Orten kommt wo du Zeit verbracht hast?

00:20:40: Ist es für dich auch eine Art wenn's um Spuren geht... ...eine Art von Aufzeichnung über gewisse Phasen in deinem Leben?

00:20:48: also hat das auch diese Archivfunktion für dich oder spielt das nicht so noch?

00:20:56: Ja, aber ich will das gar nicht so groß aufziehen wie so dokumentarisch oder so.

00:20:59: Es ist vielleicht auch autobiografisch oder auch sehr persönlich ... Die Sandfarben können sich in hundert Jahren auf Mallorca geändert haben.

00:21:08: Oder also... Ich sehe es tatsächlich als viel zu der Begegnung auch.

00:21:13: Das ist ja irgendwie eine Momentaufnahme, wäre ich da fünf Jahre später hingefahren, weil ich vielleicht einen anderen Sandkorn begegnet.

00:21:22: In dem Sinne eher auf eine abstrakte Art und Weise.

00:21:28: Es gibt auch eine Soundarbeite in der Ausstellung, in die wir mal kurz reinhöhen.

00:21:34: Gerne!

00:21:59: Hören wir da?

00:21:59: Ja... Die Soundarbeit stammt von den Komponisten Jared Meyer-Clod

00:22:05: und

00:22:06: das Soundstück ist sechzig Minuten lang.

00:22:09: es geht dreißig Minuten in die eine Richtung.

00:22:14: Die restlichen drei Sekunden ist der erste Teil Spiegelverkehr, also Rückwärtser gespielt.

00:22:19: Und das Ganze ist aufgebaut wie in einem Sanduhr-Prinzip und Jared hat ganz viel Sound gesammelt, wie wir Sand im Alltag begegnen, sei es ... in der Industrie, im Bau oder am Meer.

00:22:38: Er hat auch Aufnahmen gemacht bei mir im Studio wie ich mit Sand arbeite und mit diesen gesammelten Sandklängen oder Töne.

00:22:47: Die hat das Granularsynthese nennt man das also wie granular zerlegt.

00:22:54: Also sie ganz klein in Klangkörner zerlegt und sie noch mal neu zusammengestellt, also komponiert.

00:23:03: Und daraus ist ein abstrakter aber sehr atmosphärischer und meditativer Soundpiece entstanden.

00:23:12: Es läuft über Sechskanal ... Mhm.

00:23:15: Man bewegt sich so durch den Raum, die sechs Kanäle kann man ziemlich räumlich dann erfahren.

00:23:23: Um noch einen Element zu ... Besprechende Ausstellung, es gibt auch ein Lichtkonzept.

00:23:30: Also ihr habt wirklich oder du das als eine ganzheitliche Erfahrung gedacht?

00:23:35: Was

00:23:35: kannst Du über das Licht sagen und wozu dient es?

00:23:40: Genau die Lichtinstallation haben wir mit Thorsten Koselek und einem Kollegen und auch einen Freund entwickelt.

00:23:50: Und zwar betritt man den Raum und der ganze Raum Hat ein Licht verlaufen, dass der tiefer man in den Raum reingeht einen stärkeren Orangestronen hat.

00:24:02: Also ganz am Anfang fängt die Lichttemperatur ganz leicht warm an und dann wird das sozusagen Stück für Stück die Tiefe mal in den Raum reingehen intensiver.

00:24:13: Und da spielt auch mit der Wahrnehmung von einem weil Am Anfang schon alleine vom Anfang vom Raum ist der Farbton auch schon ziemlich warm.

00:24:23: Aber je tiefer man reingeht in den Raum und zurückblickt, empfindet man den Anfang ziemlich weiß und fast bläulich.

00:24:32: Und kühl.

00:24:32: Genau.

00:24:33: Dann ist es auch sehr interessant, weil die Lichttemperatur tatsächlich auch ein bisschen die Bewegung oder wo sich Menschen länger aufhalten, auch selber beeinflusst.

00:24:46: Tatsächlich haben wir das jetzt oft beobachtet dass Besucher sich mehr in den wärmeren Lichts aufhalten und sammeln auch bei so Erfnungssituation oder wenn mehr Leute da sind.

00:25:01: Inspiriert ist es auch, es gibt zum Beispiel auf dem Kanal einen Phänomen, wenn's so sand wird ja nicht nur über Wasser sondern auch über Wind transportiert, wenn da ein Sandsturm da ist Das kennt man aber auch.

00:25:16: Ich kenne das z.B.

00:25:17: so aus Westafrika, wenn so viel Sand in der Luft ist und

00:25:22: es harmert.

00:25:23: Genau.

00:25:24: Und dann wird das so ... So rühlig?

00:25:28: Ja, und so dizzy, weil die Sonne dann irgendwie da durchkommt.

00:25:31: Dadurch gibt's ein Orangen-Schnitzlicht.

00:25:34: Das nennt man auf den Kanalen Kalime.

00:25:38: Daran ist es auch ein bisschen angelegt.

00:25:40: Aber generell, der Verlauf kommt tatsächlich ... war eine Inspiration von dem Material selber.

00:25:46: Weil Sand wird dir einem Bodenmaterial zugeschrieben und bei Boden denkt man immer an so was Festes, aber es ist ja eigentlich wie flüssige Erde.

00:25:56: Das wird in der Bewegung und auch steht ja immer oft als Metapher für Vergänglichkeit ...

00:26:04: Du bist ins Hall geboren und verbringst heute relativ viel Zeit oder regelmäßig Zeit in Südkorea?

00:26:12: Ja!

00:26:13: Gibt es dann Unterschiede zwischen dir in Deutschland und dir in Südkorea?

00:26:18: Also kommen da verschiedene Aspekte deiner Persönlichkeit zum Tragen.

00:26:22: Ja,

00:26:23: glaube ich schon.

00:26:24: Es ist immer weniger.

00:26:26: das finde ich interessant.

00:26:27: aber früher hatte ich viele komplexe Identitäten.

00:26:31: auch meine Stimme hat sich irgendwie

00:26:33: ganz geändert

00:26:33: anscheinend.

00:26:34: Das wurde mir auf jeden Fall so gesagt oder gespiegelt ja und früher konnte ich die Welt noch nicht so gut zusammenbringen und war auch hinterher gerissen oder auch Zerrissen zwischen den Kulturen.

00:26:45: Mittlerweile hat sich das ein bisschen vereint durch die Kunst, meine Familie oder meine Eltern leben ja noch in Korea und ich arbeite auch viel im Korea- oder holter Materialien und recherchiere dort viel.

00:27:01: Je mehr ich das tue und je älter ich werde rücken diese zwei Länder und Kultureen immer näher und irgendwie vereinen sie sich auch so ein bisschen in meiner Kunst.

00:27:12: Aber ja, trotzdem bin ich irgendwie schon ein bisschen noch anders, glaube ich.

00:27:19: Deine Eltern haben interessanterweise beide auch in Berlin studiert und zwar der damals noch Hochschule der Künste also an derselben Hochschulle wie du.

00:27:31: was für eine Kunst haben die gemacht?

00:27:33: Und hat sie dich ja beeinflusst in deiner eigenen Praxis?

00:27:40: Meine Eltern haben damals an der HDK, was jetzt Udeka studiert.

00:27:45: Wie du sagst, mein jüngerer Bruder, der auch in Berlin lebt und mich immer sehr viel unterstützt in meiner Kunst.

00:27:54: Er hat ja auch an der Udekka studiert und wir sind beide als Kinder, sind wir deswegen in Berlin groß geworden, weil unsere Eltern damals hier studiert haben.

00:28:03: Deswegen sage ich auch immer, Berlin ist meine zweite Heimat.

00:28:06: Mir ist schon Berlin sehr vertraut, weil ich jetzt Kind hier groß geworden bin.

00:28:11: Mein Vater macht figurative Bildhaarei und meine Mutter abstrakte Malerin.

00:28:19: Meine Mutter eher so intuitiv rangehend und mein Vater eher konzeptionell und verkopfter.

00:28:27: Und ich glaube, ich bin genau die Mitte von den beiden!

00:28:32: Wurde uns aber auch erst vor kurzem klar, dass wir alle so ein bisschen geschmuntest haben.

00:28:38: Obwohl wir alle vier, also inklusive mein Bruder sehr anders arbeitet und ganz atribätiert praktizieren, bin ich doch irgendwie sehr viel unbewusst oder unterbewusst indirekt beeinflusst worden von der Kunst von meinen Eltern.

00:28:56: Aber nur indiregt?

00:28:58: Ja schon indireakt weil ... Auf dem ersten Blick würdest du das gar nicht merken.

00:29:02: Aber hatten Sie damit zu tun, dass Du Künstlerin geworden bist?

00:29:09: Ganz am Anfang waren sie nicht so begeistert von der Idee.

00:29:13: Jetzt verstehe ich auch warum!

00:29:15: Das ist ja nicht der einfachste Weg aber jetzt ist sie dann doch überzeugen konnte.

00:29:21: seitdem unterstützen sie mich sehr viel und wir haben natürlich alle auch sehr viele Freude daran gemeinsam Konzepte Zu besprechen oder Ausstellungen, zu besprechen.

00:29:31: Oder irgendwelche Produktionen zu besprechen und so.

00:29:35: Aber ja ... Also doch hat aber schon einen Einfluss gehabt.

00:29:39: Weil anscheinend haben sie mich nicht abgeschreckt von ihrem Berufs, sondern ich hab's sehr positiv empfunden!

00:29:46: Ja das ist ja schon ungewöhnlich also dass sowohl beide Eltern als auch beide Kinder denselben Beruf ergreifen.

00:29:53: Ich habe neulich mit Ute Mahler wieder zu tun gehabt die ja wie ihr Mann auch Fotografin ist und deren Sohn ist Bauingenieur geworden.

00:30:03: Ja, also oft ist es ja ... dass sich dann Kinder für genau das Gegenteil entscheiden.

00:30:07: Ich kann mir nicht weiter entferntes von Kunst oder Fotografie vorstellen als Bauingenuerwesen.

00:30:14: Bei euch war das ganz offensichtlich nicht so.

00:30:16: Genau aber auch wenn meine ganzen Onkel- und Tanten mittlerweile was anderes machen haben sie ja aber auch glaube ich alle kundstudiert und mein Großvater war Kallikraft im Tempel und so.

00:30:29: Irgendwie war das, glaub ich immer schon in der Familie und wurde mitgegeben.

00:30:33: Wo du es angesprochen hast, was du vorhin erwähnt hast, wo ein Kind bekommen hast?

00:30:37: Von nicht als langer Zeit.

00:30:39: Gleichzeitig ... Ich hab mal geschaut, du hattest dieses Jahr dreieinste Ausstellung letztes Jahr.

00:30:43: Ich glaube acht Gruppenausstellungen.

00:30:46: In den Jahren davor sah's nicht anders aus.

00:30:49: Hat jetzt deine neue veränderte Lebenssituation, deinen Arbeitspensum... beeinflusst oder auch deine Perspektive auf die Arbeit in irgendeiner Weise, hat sich was verändert?

00:31:03: Einerseits hat es sehr viel verändert.

00:31:04: Andererseits nicht.

00:31:06: Also die Momente, die ich im Arteleben und arbeite oder konzentriert irgendwie ... oder so nicht konzentrierend vertieft immer noch malerei bin, hab ich neulich gedacht.

00:31:17: Nichts fühlt sich eigentlich anders an.

00:31:19: Aber natürlich so ja, im Alltag so zeitmanagementmäßig.

00:31:23: Und ja... Da hat sich schon irgendwie, glaub ich, einiges geändert.

00:31:27: Aber man wächst da ja auch rein.

00:31:29: Dieses Jahr war schon sehr intensiv, weil es tatsächlich so diese Sole- und Gruppenausstellungen und die ganzen Kunstmessen ... Ich wusste aber auch, dass das alles auf mich zukommt.

00:31:41: Weil die standen alle schon vorher fest.

00:31:45: Deswegen hab ich mir schon mental quasi vorbereitet gehabt.

00:31:51: Ja, irgendwie beides.

00:31:52: Ich freu mich, von der Arbeit dann zu meinem Bibi nach Hause zu gehen.

00:31:57: Man müsste dann auch mein Bibi während der Arbeit und gleichzeitig war es nicht unanstrengend ... wenn ich ganz ehrlich bin!

00:32:04: Das kann ich mir vorstellen, ne?

00:32:06: Woran arbeitest du denn derzeit?

00:32:09: Gibt es schon eine neue Serie?

00:32:12: Kannst du was

00:32:12: fragen?

00:32:13: Gerade bereite ich mich vor für die Künstlerresidenz, die jetzt auf mich zukommt.

00:32:21: Und der Willer Rohrer Stimmt.

00:32:23: Also es geht auch ziemlich bald jetzt nach LA ins Warme, da freue ich mich und da habe ich so ein zwei Projekte vor und recherchiere und pack schon mal meine Materialien zusammen und freue mich auf die Zeit.

00:32:37: Und aber vielen Dank Givi!

00:32:39: Vielen Dank!

00:32:42: Givi ließ Ausstellung Visitorer Memories Gasak Kunstpreis in den Jahren ist noch bis fünften April kommenden Jahres zu sehen.

00:32:51: Merkt euch außerdem schon mal den achten Oktober vor, denn da eröffnet mit Lovis Corinnt.

00:32:56: Dann kam Berlin – nämlich schon die nächste Ausstellung in der berlinischen Galerie!

00:33:01: Im Fokus wird dabei Corinns großer Einfluss auf die Berliner Kunstszene stehen seiner Arbeit am Theater und seine Mahlschule, in der vor allem Frauen unterrichtet hat.

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