Hey Daniela Seitz (Creamcake), wie hört sich eigentlich das Internet an?

Shownotes

Daniela Seitz ist gemeinsam mit Anja Weigl Kuratorin von Creamcake, einer Berliner Plattform an der Schnittstelle von elektronischer Musik, zeitgenössischer Kunst und digitalen Technologien. Im Gespräch mit Anne Waak erzählt sie, wie aus einer Veranstaltungsreihe ein interdisziplinäres Projekt wurde, das die Grenzen zwischen Clubkultur und Institutionen verschiebt. Es geht um digitale Bildwelten, gesellschaftliche Machtverhältnisse und Creamcakes 3hd-Festival, das in diesem Jahr unter dem Titel „Beyond Imagining“ fragt, wie die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen und Bilder von Gewalt und Krisen unsere Wahrnehmung prägen.

Website Creamcake: https://www.creamcake.de/program/

Website Berlinische Galerie: https://berlinischegalerie.de/

Folge der Berlinischen Galerie auf Instagram: https://www.instagram.com/berlinischegalerie/

Produktion: Studio Soma Coverfoto: Daniela Seitz, © Lilith Schneider

Transkript anzeigen

00:00:02: Es gibt immer diesen einen Blick durch die Musik.

00:00:04: Also viele Künstlerinnen sind dann selbst auch MusikerInnen oder vermengen sehr oft Musik und Performance- und zeitgenössliche Kunst, und dann dieser mediale Blick also natürlich diese sehr starke visuell geprägte Sprache, die so einfach durchs Online sein oder im Internet.

00:00:20: das verbindet schon eine Gemeinschaft von Losen, ja queeren feministischen Künstlern, die sich auf der Plattform wiederfinden.

00:00:31: Herzlich willkommen zu Kunst in Berlin, ein Podcast der berlinischen Galerie.

00:00:35: Ich bin Anne Waag, Journalistin und Autorin.

00:00:38: In diesem Podcast spreche ich mit Akteurinnen der Kunstwelt.

00:00:42: Mich interessiert was macht ihre Arbeit aus?

00:00:45: Und was hat sie mit unserer Zeit zu tun?

00:00:51: Heute zu Gast ist Daniela Seitz neben Anja Weigel eine Hälfte von Creamcake, einer multidisziplinären Plattform für musikbildende Kunst und Performance sowie den Diskurs darüber.

00:01:03: Und demnächst findet bereits zum zwölften Mal das von Cream Cake organisierte Kunst- und Musikfestival THD statt unter anderem in der berlinischen Galerie.

00:01:13: Herzlich willkommen Daniela!

00:01:16: Wenn du gefragt wirst, welchen Beruf du nachgehst.

00:01:20: Was antwortest du?

00:01:21: Gott, so eine komplexe Einstiegsfrage!

00:01:24: Ich dachte es ist eine einfache

00:01:25: Einstigsfrage.

00:01:27: Ich denke mittlerweile sage ich Kuratoren.

00:01:31: Ich würde aber sagen dass mich nicht so ganz identifizieren mit der klassischen Kuratorin oder dem Begriff dieser Person die Kunstgeschichte studiert hat und in Institutionen arbeitet.

00:01:43: also ich würde sagen... Irgendwie fehlt mir da auch ein bisschen der künstlerische, prozesshafte Flair-Encoratieren.

00:01:51: Aber es kommt auf jeden Fall von care und das machen wir sehr gerne also Quartolen.

00:01:56: Anja Weigl und du erkennt euch noch aus Schulzeiten und arbeitet in Berlin bereits seit zehntausend elf zusammen.

00:02:03: begonnen hat Creamcake in Berlin mit einer Party-Reihe im Club Südblock, am Kottbusertor.

00:02:10: Was war damals euer Ausgangspunkt?

00:02:12: Welche Idee stand hinter dieser Party-

00:02:15: Reihe?

00:02:16: Ich glaube wir wollten einfach ausprobieren und Spaß haben!

00:02:19: Wir waren ziemlich viel auf klassischen Technoveranstaltungen aus, ja Berger in Waffeumundzwanzig Watergate und so und irgendwann hatte ich Soundcloud und Bandcamp, andere Musikarten entdeckt.

00:02:35: Ein bisschen mehr ein komplexer Sound, der sich so abgearbeitet hat an medialen Inhalten und auch einfach komplizierter sich angehört hat.

00:02:43: Und ich konnte diesen Tanzstil im Club nicht mehr so tanzen.

00:02:47: Wir waren dann ein bisschen gelangweilt.

00:02:49: Dann hatten wir gesagt okay, wir kannten die Leute vom Südblock... Lass uns eine Veranstaltung machen.

00:02:55: und eine gute Freundin Karo Taurah, die Milkshake vorher gegründet hat.

00:03:00: Und das war ne Partieteknerei für Frauen, die beim Fester Kreuzberg aber auch in Monserronzen.

00:03:07: Weil sie das eben ja schon so professionell gemacht hat, kamen wir dann auf Creamcake als Tochter oder kleine Schwester von Milkshake.

00:03:16: Was uns das viel leichter gemacht hat einfach so ... was zu organisieren und zu veranstalten, ohne dann dafür nachzudenken, was es eigentlich werden könnte oder was das Konzept dahinter ist.

00:03:28: Oder was wir da genau machen oder so.

00:03:30: Das kam erst viel, viel später, dass wir das so versucht haben einzuordnen wahrscheinlich erst mit dem ersten Fördantrag den wir schreiben mussten.

00:03:37: aber davor war's eher echt mehr Künstlerinnen- oder Musikzeigen die wir so nicht in Berlin hören oder denen wir uns nicht tanzen konnten und auch einfach ja der Spaß Leute zusammenzubringen.

00:03:52: Und wie würdest du denn, wenn du sagst ihr hattet nicht mehr so viel Spaß an der Musik die ihr gehört habt?

00:03:57: Was unterscheidet dann die, da ihr eine Plattform gegeben habt?

00:04:01: was unterscheht den Musik

00:04:02: davon?

00:04:03: Ich würde schon sagen zu viel mehr Walkers und mehr Mixing von Narration also einfach mehr persönliche Storytelling und Geschichten für R&B und Hip-Hop im elektronischen Beat, also was dann so unter die Constructed Club Music dann irgendwie auch weiter ging.

00:04:23: Auch so ein bisschen, wie sich das Internet anhört.

00:04:26: Das hätte ich irgendwie öfters als Ausgangspunkt auch gemacht, dass eben diese Einfachheit die ja vielleicht im Techno vielleicht auch so eine Befreiung geführt hat oder so einer industriellen Befreiungen, die jetzt sozusagen dann irgendwie da nicht ausreichend war um irgendwie so eine komplexe Weltlichkeit zu hören oder so... Ich glaube es war schon eher was sich das unterschieden hat natürlich auch die ganzen Strukturen im Club, das wir eben Frauen zeigen wollten oder auch Performer, die eben auch live singen.

00:04:58: Aber dann auch gleichzeitig auflegen und so diese Vermischung von den verschiedenen Elementen, die man im Club eigentlich auch so findet und wo man viel leichter einfach einen Zugang hat, dass man eine Performance in der Clubnacht gestaltet oder dann Installation hat oder so.

00:05:16: Das ist eine Weile her.

00:05:18: Seither ist Creamcake gewachsen, ihr seid ne feste Größe in Berlin und darüber hinaus verantwortet über das Jahr hinweg eine zahlreiche Veranstaltung jedes Jahr darunter eben das anstehende Festival.

00:05:32: Du hast es jetzt schon angedeutet vielleicht kannst du's noch mehr ausformulieren was verbindet denn die Positionen die ihr zeigt den ihr Raum gebt die bei euch auftreten?

00:05:45: Vielleicht auf eine ästhetische Art und Weise oder ja auch, was eine Fragestellung oder eine Haltung angeht.

00:05:53: Ja es sind natürlich super viele Nachwuchskünstlerinnen die einerseits auch lokal verortet sind oder oft dann vielleicht auch nach Berlin gezogen sind oder auch international tätig sind und meistens gibt's schon starke gesellschaftliche Kritik an normativen Strukturen und an Machtverhältnissen, Körpern.

00:06:15: Themen wie Transformation, Verletzlichkeit sind schon sehr nah mit den Künstlerinnen, mit denen wir zusammenarbeiten.

00:06:23: Ich würde schon auch sagen, es gibt immer diesen einen Blick durch die Musik.

00:06:27: Also viele Künstlerinnen sind dann selbst auch MusikerInnen oder vermengen sehr oft Musik und Performance und zeitgenössliche Kunst.

00:06:35: Und dann dieser mediale Blick also auch natürlich diese sehr starke visuell geprägte Sprache, die so einfach durchs Online sein oder im Internet Da sein, das verbindet schon auch so eine Gemeinschaft von Losen.

00:06:50: Ja, queeren feministischen Künstlerinnen die sich irgendwie auf der Plattform dann wiederfinden.

00:06:55: Wie sich das Internet anhört hast du vorhin gesagt?

00:06:58: Das finde ich eigentlich ne sehr schöne Beschreibung.

00:07:03: Ihr habt mal in einem Interview gesagt was euren Findungsprozess also der Künstlerin angeht dass wenn sie schon Konzerte gespielt haben es ist eigentlich zu spät Und da würde mich interessieren, wie ihr vorgeht in der Suche nach Positionen die euch interessieren.

00:07:22: Die in euer Profil passen den ihr gern Raum geben würdet.

00:07:26: Hört ihr extrem viele Soundclouds?

00:07:28: Playlists?

00:07:29: Bandcamp?

00:07:30: Mählen Sie sich mittlerweile Leute.

00:07:31: ist es so eine Art Empfehlungsnetzwerk?

00:07:34: Wie geht Ihr davor?

00:07:36: Es ist total die Mischung ich glaube im Moment schaue ich mehr Bilder auch im Korraltieren oder im Aussuchen sehr dominant geworden, würde ich sagen und natürlich auch von Algorithmen geprägt.

00:07:50: Wen man sieht und findet und auf was man, wenn man auf die Suche geht welche Bitsprache man auch sucht.

00:07:57: Ich glaube in den letzten Jahren ist schon der Fokus mehr auf Zusammenarbeiten gelegt worden, die wir ja auch schon länger haben.

00:08:03: also Künstler.

00:08:04: Indie will jetzt auch schon öfter begleitet haben, ist so zum Beispiel bei Sarah Sarcic der Künstlerin die jetzt in dem Filmprogramm ist.

00:08:11: Die ist so ich glaube im Jahr zwei tausend siebzehn oder achtzehnmal bei Europool in einem Troupé aufgetreten und viel später dann auf einmal so als bildende Künstlerin sind wir uns irgendwie wieder begegnet.

00:08:22: Es ist so einerseits immer diese schon auch aufgrund von einem bestimmten Konkurrenzdruck in Berlin dieses stetige Immer neue zeigen zu müssen.

00:08:33: Mit Greencake ist es auch schon ein bisschen anstrengend, würde ich sagen.

00:08:37: Wir versuchen diese Rolle mittlerweile auch mehr abzugeben weil wir das gar nicht mehr so abdecken können in den Bereichen Musik, Performance und Kunst.

00:08:46: Also wir sind ja interdisziplinär unterwegs.

00:08:49: also die Frage wo ist manchmal der Schwerpunkt?

00:08:52: Und natürlich kommt das wieder aus diesen gesellschaftlichen Themen, die uns umgeben wo wir dann sehen okay welche Kunst oder welcher Künstler spricht grad mehr das an was fühlen oder spüren so in der Stadt und auch irgendwie online.

00:09:05: Und ja, ich meine von diesen Zeiten wo wir hatten ja auch zum Beispiel Sophie oder Yanglien oder Kelela oder so große Acts mittlerweile die ja gar nicht mehr erreichbar jetzt sind auch für uns oder so.

00:09:20: Die haben

00:09:20: bei euch...die habt ihr ganz früh engagiert.

00:09:24: Die sind bei euch aufgetreten und wurden dann im größeren Publikum

00:09:28: Genau, die sind dann halt so von dem Underground-Movement aus der Musik heraus sozusagen ja mehr in den Pop-Mainstream und auch vor allem in der Musik sieht man das natürlich jetzt mittlerweile dass sehr viele Produzentinnen für größere Acts oder Popstars produzieren.

00:09:49: Also diesen Teil gibt es bei Creamcake auch schon sehr stark noch.

00:09:53: Es ist wirklich schon aus der Musik entstanden immer wieder eine Rolle.

00:09:58: Aber oft gehen wir dann da auch raus, weil es gibt in Berlin einfach mittlerweile so viele Festivals.

00:10:04: Es gibt CTM, es gibt Artinal im elektronischen Musikbereich und ja... Wir suchen uns dann immer wegen der Nische und ich glaube wir sind ein bisschen undefinierbar und dadurch vielleicht auch nicht so vermarktbar.

00:10:17: was auch sehr spannend ist das zu sehen dass wir uns jetzt dann wieder verändern und wieder neue Ideen reinkommen und dass wir uns mehr so in diese institutionelle Schiene oder mit Interinstitution zusammenarbeiten wollen, weil wir da ein bisschen mehr Support sehen.

00:10:34: Und auch ein bisschen Öffnung machen können mit Cream Cake sozusagen.

00:10:38: Ja das wäre auch meine nächste Frage gewesen.

00:10:40: also ihr habt euch wie du gesagt hast sehr diversifiziert von der Musik hin zur Böden- und Kunstperformance und aus dem Club Kontext heraus, ohne dass ihr den verlassen habt.

00:10:54: Rein in Institutionen, ihr habt mit dem Hau, mit dem Hebeham-Ufer gearbeitet und der Akademie der Künste seit Jahrzehnte, auch mit der Berlinischen Galerie.

00:11:03: kam das von euch aus?

00:11:05: Habt ihr da gesehen okay wir können dadurch mehr... Wir haben eine große Plattform, können mehr Menschen erreichen.

00:11:11: Wurde ihr angesprochen wie, wie kam das oder was ist die Idee hinter der institutionellen Anbindung?

00:11:19: Da geht es wirklich schon auch echt stark um Selbstermächtigung.

00:11:22: Ich denke, dass darauf warten, dass sich eine Institution bei einem Mähne dauert relativ lange und das ist total unterschiedlich entstanden.

00:11:34: im Hau sind wir tatsächlich auf die zugekommen haben in den Vorschlag gemacht, ein Programm zu kultieren.

00:11:43: Das ist Fragments-Officein und da hatten wir so einen Gerüstbau vorgeschlagen und das haben die uns einfach alles reingebaut.

00:11:49: Und der DJ war so in diesem Gerüst gestanden weil wir irgendwie mit Konstruktion beschäftigt hatten in Berlin.

00:11:55: Und es hat denen dann auf zehn Tausend Euro gekostet und das war uns auch gar nicht klar dass diese Produktionskosten im Endeffekt nach oben gehen in einer Institution und das waren eben einfach nicht so.

00:12:06: diese DIY Zugtüren hat bei der berlinischen Galerie was wieder ganz anders war auch sehr, sehr toll weil eben Anne uns angeschrieben hatte nach dem See.

00:12:17: Anne-Bieter Wolff uns angeschrieben hatte für ein Videoprogramm, weil sie in der Ausstellung war.

00:12:22: In der Galerie im Körner Park in Neukölln und hatte da die Arbeit von Institut of Queer Ecology gesehen, die sich so um Queermorphing mit einem Schmetter vom der Motte zum Butterfly sozusagen... Und die hat ja voll gut gefallen und hat sie uns ang geschrieben was wirklich richtig besonders ist!

00:12:40: Seitdem arbeiten wir sozusagen zusammen und haben das Filmprogramm in der Berlinischen Galerie.

00:12:46: Und das erste Mal dieses Jahr mit einer Eröffnung, was auch irgendwie schön ist, dass sie das so gepusht hat, weil wir waren okay, wir müssen schauen ob wir noch Zeit haben.

00:12:56: Wir sind dann eher sehr prozesshaft unterwegs.

00:12:58: Wir konnten jetzt nicht im Februar sagen, was wir machen wollen im Oktober.

00:13:03: Dahingehend hat sie uns eingeladen.

00:13:05: werden auch jetzt... Gropius Bau, so eine der ersten Spielschichten mit Noda gemacht und ich glaubte halt sie uns auch eingeladen.

00:13:14: Aber generell bin ich wirklich für Selbstermächtigung, auch für Künstlerinnen und auch für andere Plattformen einfach... Man kann auch Institutionen anschreiben wenn man irgendwie jemand kennt.

00:13:24: also wieso nicht?

00:13:26: Dann glaube mit meiner eigenen Person würde ich das nicht so machen.

00:13:29: aber dadurch das Creamcake und es ist auch wirklich das Tolle an der Plattform auch schon so ein bisschen so ein Schutzschild sein kann.

00:13:36: Auch für eben die Themen, also auch so wie so ein Virus irgendwie sich dann rein sneaken kann und wir auch nicht so präsent sind als Person, sondern eben die Plattform, dass dadurch irgendwie auch die Hemschwelle ein bisschen weniger... ... ist bei euch.

00:13:52: Ja,

00:13:53: dass ihr praktisch... Ihr seid die Anwältinnen der Künstlerin und ihr sagt wir hätten gerne das, die da auftreten können.

00:13:59: Es geht nicht um euch und es ist auch auffällig.

00:14:01: Also wenn man auf eure Website geht Und den About Text liest Euren Namen kommen da gar nicht vor.

00:14:06: Also ihr bleibt schon sehr im Hintergrund.

00:14:09: Hat das mit euren Persönlichkeiten zu tun?

00:14:12: Seht ihr euch hauptsächlich eben als ermöglicherin?

00:14:16: Woher kommt die Entscheidung euch so sehr zurückzunehmen?

00:14:21: Ja, es ist interessant.

00:14:22: Wir hatten auch schon mal die Namen auf der Webseite wieder runtergenommen.

00:14:25: Irgendwann wäre wir wieder hochgenommen.

00:14:28: Manchmal morfen wir so wie eine Institution oder ein Kollektiv oder dann irgendwie eine Brand und schauen was für uns sich gut anfühlt.

00:14:36: aber ich habe das Gefühl dass wir durch verschiedene Erfahrungen mit Interviews oder mit Darstellungen dass wir dann auch immer gesagt haben, wir wollen eigentlich gar nicht so im Fokus stehen.

00:14:48: Und es ist eigentlich auch spannend sich die so ein bisschen zurückzunehmen als Person und zu sehen was damit passiert also mit Creamcake und wie's gelesen wird.

00:15:01: natürlich gibt diese Vermarktungslogiken und was wir natürlich auch mit unseren Künstlern machen das wir da natürlich eben schon wollen dass es tolle Bilder gibt und die Posten wollen Geschichten erzählen wollen und das machen wir über uns eben dann nicht.

00:15:17: Aber ich glaube, ja es ist so eine Mischung aus Scheines zurückgenommen halt was auch authentischer ist manchmal.

00:15:24: und Ja

00:15:26: Das Festival läuft dieses Jahr unter dem Titel Beyond Imagining.

00:15:30: Was versteht ihr darunter?

00:15:32: Was die Idee hinter diesem Titel

00:15:35: Also der Titelverein ist?

00:15:37: so zwei Gedanken.

00:15:38: Einmal eben was kommt nach dem Bild, also was ist der Realitätsbegriff von Bild?

00:15:43: Also Fiktion und Realität sind ja online absolut verschwommen.

00:15:47: und dann auch dieses Beyond-Imaging in dieser Gesellschaft oder politischen Komponente das sich Sachen realisieren die wir nicht... als vorstellbar uns gedacht haben, wobei man melde denke ich mir auch vielleicht ist das auch ein bisschen naive Idee.

00:16:04: Was wir dachten was nicht vorstellba war ist jetzt eben vorstellbaar.

00:16:08: aber so war ein bisschen unser Ausgangspunkt wie wir sozusagen irgendwie Bild, Gewalt, Gesten online die wir so sehen und irgendwie nicht so einordnen können oder die ja dann aber trotzdem eigentlich in unseren Köpfen rumschwimmen und wir uns da davon nicht entziehen können da eine queerfeministische Kunstszene da zu sagen hat und welche Arbeiten eben von einer bestimmten Community darüber existieren und entstehen.

00:16:39: Und

00:16:40: du hast es vorhin schon erwähnt, ihr zeigt vier Videoarbeiten im IBB Videoraum in der Berlinischen Galerie.

00:16:47: vielleicht kannst Du eine herausgreifen und uns mal mitnehmen.

00:16:51: was wird da zu sehen sein?

00:16:53: Was ist das für ne Arbeit

00:16:55: Von Sarah Sargik zeigen wir Ultimate Fatus Force and Honor.

00:17:00: Das ist eine französische Künstlerin, die eine Figur begleitet, zerbutsagt und sich in einem fiktiven Military-Programm bewegt.

00:17:09: Es ist so ein bisschen wie bei Mawking Jays auf einer Insel kommt und läuft eben im Marseille in dieser Berglandschaft rum und wird einerseits beobachtet von der Drohne oder es ist auch mit so Drone footage gefilmt ist irgendwie gefangen in so einem System von Überwachung, Kontrolle.

00:17:30: Er will es richtig machen und diese Levels bestehen.

00:17:34: Und er ist dann aber natürlich auch erschöpft und verletzlich.

00:17:38: So ein bisschen diese Gefangensein in dieser Vorstellung von Härteverletzlichkeit ... In einem Game sozusagen, dass sich für viele Menschen einfach Realität ist und nicht Spiel.

00:17:52: Genau, und Sasacic hatten wir eben ja schon im Jahr.

00:17:56: Ich glaube eigentlich alle Künstlerinnen außer Simona and Yoletti hatten jetzt schon bei Creamcake unterschiedliche Aufdrückte.

00:18:05: wie Garkirchenbauer war auch schon mal vorher in dem Filmprogramm mit einer Arbeit und Simoni Kiel fragility of life die Arbeit.

00:18:16: sie hatte da bei uns mal das Grafik Design gemacht ich glaub von Und bei ihr ist es... Die Arbeit ist mir dann so viel später erst gekommen und ist auch von Jahrzehnten, also bevor eben AI und irgendwie diese ganzen verschobenen Bild-Generierung von eigenen Bildern.

00:18:35: Machbar war online, hat sie einen Dubel gefilmt oder eine Dokumentation gemacht von Theresa Bamwell, dass Hillary Clinton Doppelgängerin Und sie dann sozusagen im Wahlkampf als Hillary Clinton zur Karnit Natur anstand, so begleitet hat.

00:18:54: Sie hatte verschiedene Aufträge quasi so, Hillary Clinton zu sein und es ist auf jeden Fall auch ... Ja irgendwie, weil es eben so zu Jahrzehnten ist.

00:19:03: So eine spannende Arbeit, weil sich das noch mal so krass verändert hat.

00:19:08: Also

00:19:08: das ist praktisch deepfake mit den Mitteln von zwei Jahrzehn.

00:19:12: Es gab Deepfake noch nicht.

00:19:13: Man musste damals noch eine real existierende Person in die Landschaft stellen und heute kann man das alles digital bildgenerieren innerhalb von neun Jahren für vollkommen andere Ausgangssituationen.

00:19:27: Ihr kommt ja wie gesagt aus der Clubkultur, habt da auch immer noch eine starke Anbindung.

00:19:33: Wie nehmt ihr denn die Veränderung dieser Szene wahr?

00:19:38: Also merkt ihr, die Kulturkürzungen hat das Klubsterben Einfluss auf eure Arbeit.

00:19:45: Wie ist die Stimmung und was nehmst du da wahr?

00:19:49: Wir schauen ja wirklich immer so systemisch auf die ganzen Bereiche.

00:19:54: Deswegen würde ich schon sagen dass Ja, alle von den Kürzungen betroffen sind und sich auch irgendwie alles ein bisschen in so einem Konflikt miteinander sehen.

00:20:05: Also zum Beispiel die Klubkultur braucht ja oder auch die freie Szene braucht die Eintritte und eine Devürdigung der Arbeit von frei schaffenden Kulturarbeiterinnen.

00:20:17: Das Museum macht gerade sehr viel Live-Programm und Performance-Inhalt.

00:20:21: Und das natürlich mit freiem Einsatz, weil die auch tolle Möglichkeiten haben dann so Zugänge zu schaffen für ihre Themen aber auch natürlich für neue Themen und neue Publikum zu erreichen.

00:20:30: Und manchmal finde ich schon dass es irgendwie da nicht so ein Dialog stattfindet zwischen jetzt den unterschiedlichen Spaten sozusagen in der Clubkultur.

00:20:40: Ich meine jetzt wurde das Watergate in so einem Silenzio Club umgewandelt Was wir jetzt natürlich auch letztes Jahr schon oder öfters gemacht haben, dass wir dann in Off-Spaces gehen und da eben veranstalten.

00:20:55: Letztes Jahr im Haus der Visionär dieses Jahr im KENG.

00:20:58: Deswegen sind wir dann gar nicht bis um sechs oder sieben mehr im Club oder Programm machen sondern irgendwie nur noch bis um drei oder so.

00:21:05: was ich auch irgendwie immer schon nice fand das man früher damit anfängt oder früher tanzt Und das ist in Berlin oder auch vor allem, wenn der Clubkultur manchmal so ein bisschen fängt schon sehr spät an.

00:21:20: Fand ich aber auch schon als ich noch so Mitte zwanzig war.

00:21:22: Ich wollte immer schon voll gerne früh losgehen und was hat sich in der Club-Kultur verändert?

00:21:30: Wahrscheinlich so viel.

00:21:31: Ich würde sagen Eintrittspreise.

00:21:34: Das ist wirklich so der Zwang zu überleben die DJ Gagen ganzen Kosten, die hinter einer Veranstaltung stehen.

00:21:41: Die Verhandlungen, die wir mit Künstlern haben – das ist ja auch voll spannend wenn ich mich jetzt mit einem DJ oder Musiker innen verhandle oder versuche.

00:21:50: Es gibt dann manchmal sehr viele Booker-Manager, die ich dann manchmal in der Kunst, die da nicht da sind und dann gibt es einen anderen Kontakt und auch eine viel schönere Art zu sagen was wir eigentlich brauchen als jetzt dann zum Beispiel wieder in der Bildenden Kunst.

00:22:05: Also das, glaube ich ist schon irgendwie sehr spannend zu sehen wie sich das dann unterscheidet und manchmal wo wir dann sehen so ah wenn wir jetzt nicht mal mehr mit dem Künstler indesprechen dann warum zeigen wir die dann?

00:22:15: Weil

00:22:15: es euch schon auch drauf ankommt den Kontakt zu haben.

00:22:18: ihr wollt ihr wollt nicht nur managen ihr wollt mit den Leuten zu tun

00:22:23: haben.

00:22:23: Ja weil das auch mehr Spaß macht und dann lernt man sich einfach mehr kennen und hat irgendwie auch Ja, das ist glaube ich schon wichtig nach diesen sechzehn Jahren.

00:22:35: Es gibt so viele verschiedene Wege da abzubiegen und zu sagen okay wir fokussieren uns mehr auf kommerzielle Formate oder auf größere Shows Und wir sind dann aber immer wieder in diese andere Richtung gegangen.

00:22:47: Das liegt glaube ich daran dass wir eigentlich authentische Zusammenkünfte haben wollen zusammen was gestalten wollen.

00:22:56: Wir haben schon gesagt, euer Festival, drei HD oder das ReHD findet dieses Jahr zum zwölften Mal statt.

00:23:03: Vielleicht kannst du kurz umreißen was die verschiedenen Festivalorte sind und was da jeweils stattfindet.

00:23:11: Das ist ja dann doch sehr breit und facettenreich!

00:23:16: Ah,

00:23:17: also vom XXIII.

00:23:18: Oktober bis ersten November findet Dreyadee mit dem Titel Beyond Imagining am Hau, Kank und in der Berliner Schengalerie statt Und das Filmprogramm könnt ihr auch im Dreyadetv gucken.

00:23:31: Also es sind zwei Wochenenden sozusagen dass jetzt am Freitag angeht Im Hau wo wir eben so ein Wir haben einen Strafen-Performance-Abend über dreihundert Minuten, wo vier performende Künstler in ihrer Arbeit zeigen werden.

00:23:47: In der Berlinischen Galerie haben wir unser Filmprogramm auch mit einer Eröffnungspereformanz und im Cank ist er so Clubkonzertabend.

00:23:56: Vielen Dank an Jela, dass du hier warst und für die Einblicke in eurer

00:24:00: Arbeit.

00:24:01: Danke, dass ich hier sein durfte!

00:24:03: Das Videoprogramm in der Berlinischen Galerie im Rahmen des drei HD-Festivals von Cream Cake ist vom dreißigsten Oktober bis zum dreißzigsten November, an der Berliner Galerie und online zu sehen.

00:24:15: Eröffnet wird das Programm mit einer Performance und einem DJ Set am kommenden Donnerstag.

00:24:20: Einlass ist ab achtzehn Uhr – der Eintritt ist frei!

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